Dieser Artikel beschreibt wie ein automatischer Austausch der zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE /TSS) konfiguriert werden kann.
Der Austausch einer TSE kann unter bestimmten Umständen erforderlich sein, beispielsweise:
- wenn das Zertifikat der eingesetzten TSE kurz vor dem Ablauf steht
- und ein Wechsel zu einem anderen TSE-Hersteller gewünscht wird,
- wenn eine Hardware-TSE defekt ist und nicht mehr eingesetzt werden kann,
- eine Cloud-TSE vom jeweiligen Hersteller als „defekt“ gekennzeichnet wurde und nicht mehr eingesetzt werden kann.
RetailForce stellt einen Service zur Verfügung, mit dem eine TSE automatisch getauscht werden kann. Der Tausch kann so konfiguriert werden, dass:
- eine TSE des gleichen Herstellers oder
- die eines anderen Herstellers als neue TSE verwendet wird.
Der Artikel "Test – Automatischer TSE-Tausch" erläutert, wie Sie die Funktion zum automatischen TSE-Austausch testen können.
Kriterien für den TSE-Austausch
Voraussetzungen für den automatischen Austausch
Der Fiscal Service kann den Austausch nur unter bestimmten Bedingungen durchführen:
- Version
- Version 1.11.18 der Fiscal Middleware muss installiert sein.
- fiscalCountry
- Ein automatischer TSE-Austausch ist selbstverständlich nur für deutsche Systeme möglich.
- Konfiguration
- Der automatische TSE-Ersatz muss im entsprechenden Client konfiguriert und aktiviert werden.
- Verfügbarkeit
- Sollte eine Hardware-TSE für den Austausch eingesetzt werden, muss eine neue Hardware-TSE ebenfalls im System verfügbar (eingesteckt) sein;
- soll eine Cloud TSE für den Austausch verwendet werden, muss eine Internetverbindung zum jeweiligen Hersteller hergestellt werden können.
- Offene Transaktionen
- Es dürfen keine offenen Transaktionen vorliegen (createDocument wurde ausgeführt, die Transaktion wurde jedoch noch nicht mit storeDocument oder cancelDocument abgeschlossen).
- Tagesabschluss (EndOfDay)
- Der automatische Austausch wird erst nach einem Tagesabschluss durchgeführt (ein Beleg vom Typ: „[99] = EndOfDay“ wurde gebucht).
- Lizenzen
- Lizenz für die aktuelle TSE;
- Lizenz für die neue TSE (sofern diese von der derzeit verwendeten TSE abweicht);
- Lizenz für den TSE-Austausch („TSE-Wechsel“).
Achtung: Der automatische TSE-Austausch wird nicht ausgeführt, wenn **eine der Voraussetzungen** nicht erfüllt ist. Ausnahmen finden Sie in den Abschnitten „Zertifikatsablauf“ und „Fehlerhafte TSE“.
Hinweis: Um Statusbenachrichtigungen per E-Mail bezüglich des automatischen TSE-Wechsels zu erhalten, empfehlen wir, im RetailForce Portal einen „Technischen Ansprechpartner“ zu definieren (Einstellung unter „Organisation“: „Technischer Ansprechpartner“).
Lizenzen
Die Konfigurationseinstellungen für den Austausch einer TSE können jederzeit angepasst werden. Damit der Austausch jedoch tatsächlich ausgeführt werden kann, müssen die entsprechenden Lizenzen zugewiesen sein.
- TSE-Wechsel: Diese Lizenz ist erforderlich, damit ein Austausch überhaupt stattfinden kann,
- TSE-Lizenzen: Für jede konfigurierte TSE (primäre und sekundäre TSE) muss ebenfalls eine entsprechende Lizenz zugewiesen werden.
Auslöser für den TSE-Austausch
Wenn der automatische TSE-Austausch konfiguriert und aktiviert ist, versucht das RetailForce System, den automatischen Austausch durchzuführen, sobald folgende Ereignisse eintreten:
- das TSE-Zertifikat ist abgelaufen oder läuft innerhalb eines festgelegten Zeitfensters ab,
- Die TSE ist defekt (z. B. ist sie nicht mehr funktionsfähig oder wurde vom Hersteller als „DEFEKT“ markiert).
Ablauf des Zertifikats
Die folgende Ereignisabfolge gilt, wenn das Zertifikat der aktuell verwendeten TSE abläuft und der automatische Austausch aktiviert wurde:
- 14 Tage vor Ablauf des Zertifikats: Sofern keine offenen TSE-Transaktionen vorliegen, versucht der Fiscal Client, den automatischen Austausch nach einem Tagesabschluss (EndOfDay-Beleg) durchzuführen;
- Falls der Austausch innerhalb der ersten 7 Tage (im Zeitraum von 14 bis 7 Tagen vor Ablauf des Zertifikats) nicht erfolgreich durchgeführt werden konnte:
- Ab 7 Tagen vor Ablauf des Zertifikats werden offene Transaktionen vom Client nach einem „EndOfDay“-Vorgang automatisch geschlossen, und es wird versucht, den Austausch durchzuführen;
- Ab 3 Tagen vor Ablauf wird nach jedem Beleg (nicht nur nach einem „EndOfDay“) versucht, den Austausch durchzuführen; alle offenen Transaktionen werden automatisch geschlossen;
- falls das Zertifikat bereits abgelaufen ist: Es wird vor jedem „createDocument“ versucht, den Austausch durchzuführen.
Hinweis: Innerhalb des 14-tägigen Zeitraums prüft der Fiscal Client bei jeder Cloud/Connect, ob die Kriterien für einen Austausch erfüllt sind, und versucht, die TSE auszutauschen.
Defekte TSE
Zu den fehlerhaften TSEs zählen beispielsweise hardware TSEs, die vom System nicht mehr erkannt werden, oder Fälle, in denen eine fiskaly-TSE auf den Status „DEFECTIVE“ gesetzt wurde und nicht mehr verwendet werden kann.
Für fehlerhafte TSEs gelten dieselben Regeln wie im Fall eines bereits abgelaufenen TSE-Zertifikats. Vor jedem „createDocument“-Vorgang versucht der Client, die fehlerhafte TSE durch eine neue zu ersetzen.
Achtung: In diesem Fall können offene Transaktionen nicht mehr abgeschlossen werden, da auf der alten TSE keine Signaturen mehr generiert werden können und die neue TSE „keine Kenntnis von den alten, offenen Transaktionen hat“ (da diese Transaktionen nicht auf der neuen, sondern auf der alten TSE initiiert wurden).
Bei TSEs mit dem Status „DEFECTIVE“ führt der Fiscal Client den Austausch unmittelbar durch, sobald der Endpunkt „cloud/connect“ (oder ein anderer Endpunkt, der die Übertragung von „cloudApiKey“ und „cloudApiSecret“ beinhaltet) aufgerufen wird.
Dies gilt nur, wenn die Checkbox „Automatischen TSE-Austausch aktivieren“ gesetzt ist (siehe Kapitel „Konfiguration“).
Hinweis: Bei defekten fiskaly Cloud-TSEs empfehlen wir, den Austausch zunächst auf einem einzelnen Live-System (Client) durchzuführen oder zu testen.
Konfiguration
Der automatische TSE-Austausch wird über die Deutschland-Konfiguration definiert.
Seit Release 1.11.18 stehen im Portal folgende Konfigurationsoptionen zur Verfügung:
- Auswahl der TSE für den Austausch (Primäre TSE & Sekundäre TSE)
- „Für neue Clients verwenden“ – bei der erstmaligen Initialisierung eines neuen Clients wird eine TSE dieses Typs verwendet,
- „Für Ersetzungen verwenden“ – bei einer Ersatzoperation wird eine TSE dieses Typs eingesetzt.
- Option zur Aktivierung des automatischen TSE-Austauschs („Automatischen TSE-Austausch aktivieren“)
Hinweis: Der automatische TSE-Austausch wird erst aktiviert, wenn auch die Checkbox „Automatischen TSE-Austausch aktivieren“ gesetzt ist.
Auswahl einer TSE für den Austausch
Für jede in der Konfiguration definierte TSE (Primär-TSE und Sekundär-TSE) können Sie festlegen, welche dieser TSEs bei der Erstinbetriebnahme und bei Austauschvorgängen zum Einsatz kommen soll.
Mögliche Konfigurationen
Folgende Kombinationen sind möglich:
Gleiche TSE für den Austausch
In diesem Fall wird sowohl bei der Erstinbetriebnahme als auch im Falle eines Austauschs dieselbe TSE verwendet. Dazu müssen Sie:
- Konfigurieren Sie entweder eine primäre TSE oder eine sekundäre TSE
- und für diese TSE beide Optionen („Für neue Clients verwenden“ und „Für Ersetzungen verwenden“) aktivieren.
Im folgenden Beispiel wird eine sekundäre TSE vom Typ „[3] = Swissbit Cloud 2.0“ als sekundäre TSE konfiguriert, wobei beide Optionen ausgewählt sind.
Das bedeutet, dass jedes Terminal, dem diese Konfiguration zugewiesen ist, bei der Aktivierung die Swissbit Cloud TSE 2.0 nutzt. Läuft beispielsweise das Zertifikat der aktivierten TSE ab, wird eine neue Swissbit Cloud TSE 2.0 aktiviert.
Wie oben beschrieben, erfolgt der Austausch nur, wenn das Kontrollkästchen „Automatischen TSE-Austausch aktivieren“ ebenfalls angekreuzt ist!
Andere TSE für den Austausch
In diesem Fall wird für die Erstinbetriebnahme eine bestimmte TSE konfiguriert („Für neue Clients verwenden“) und für den Fall eines Austauschs eine TSE eines anderen Herstellers. Dazu müssen Sie:
- zwei TSEs konfigurieren, beide
- eine primäre TSE und
- eine sekundäre TSE
- die Option „Für neue Clients verwenden“ für eine TSE aktivieren und
- die Option „Für Ersatzgeräte verwenden“ für die andere TSE
Im folgenden Beispiel werden die Terminals über die sekundäre TSE (Fiskaly Cloud TSE) in Betrieb genommen. Sind die Kriterien für einen automatischen TSE-Austausch erfüllt, wird eine neue TSE vom Typ „Swissbit Cloud TSE 2.0“ aktiviert und fortan verwendet.
Verteilung der Konfiguration
Es stehen zwei Optionen zur Verfügung, um die neue Konfiguration an alle bereits in Betrieb befindlichen Clients zu verteilen:
- Lösen Sie die automatische Verteilung über das Cloud-Portal mithilfe der Schaltfläche „Konfiguration an TSE übertragen“ aus, oder
- Aktualisieren Sie die Konfiguration des Clients mithilfe von PUT /api/v1/management/clients/byCloud/{clientId}.
Bei beiden Methoden wird die neue Konfiguration – die Regeln für den TSE-Austausch enthält – an den/die Client(s) übertragen.
Konfiguration TSE übertragen
Sie finden diese Schaltfläche als Action Item unter dem Menüpunkt „Konfiguration“, sobald Sie die entsprechende Konfiguration ausgewählt (angeklickt) haben.
Beim Klicken auf die Schaltfläche unterscheidet sich das Verhalten zwischen lokalen Clients (lokale Middleware-Installation) und Clients im Cloud Fiscalisation Service:
Verhalten bei lokaler Middleware-Installation
Diese Schaltfläche dient ausschließlich der Verteilung der Konfiguration und der Aktivierung des automatischen TSE-Austauschs.
Nach dem Klicken auf die Schaltfläche wird ein Befehl an alle verbundenen Clients gesendet, die aktuelle Konfiguration vom Portal herunterzuladen. In diesem Zusammenhang bedeutet „verbunden“: Clients, denen diese Konfiguration direkt oder indirekt (über Organisation, Unternehmen oder Filiale) zugewiesen ist.
Clients, die zu diesem Zeitpunkt keine aktive Cloud-Verbindung haben (keine aktive Verbindung zum Portal über „cloud/connect“), erhalten die neue Konfiguration NICHT.
Es kann daher erforderlich sein, „Push-Konfiguration TSE“ mehrfach auszulösen, bis alle Clients die Konfiguration abgerufen haben.
Jeder Client meldet dem Portal den erfolgreichen Abruf der Konfiguration zurück. Eine Benachrichtigung wird über das Glockensymbol (oben rechts) angezeigt. Die Dashboard-Ansicht „TSE-Austausch“ bietet zudem einen Überblick über den Status des TSE-Austauschs (siehe Artikel: Dashboard Deutschland – TSE-Informationen).
Verhalten des Cloud-Fiskalisierungsdienstes
Analog zur lokalen Installation wird hier ein Befehl ausgelöst, um die Konfiguration auf den Clients zu aktualisieren. Der Befehl wird jedoch erst beim nächsten Aufruf der Funktion „cloud/connect“ durch den Client übermittelt.
Das Portal persistiert den Befehlsstatus (welcher Client derzeit nicht verbunden ist und welcher die Konfiguration bereits abgerufen hat).
Es ist daher beim Cloud-Fiskalisierungsdienst nicht erforderlich, „Push-Konfiguration TSE“ erneut zu aktivieren.
Benachrichtigungen
Benachrichtigungen und Meldungen im Zusammenhang mit dem Austausch einer TSE werden:
- über das Glockensymbol im Portal (oben rechts) angezeigt,
- in den Protokollereignissen (für jedes Terminal) aufgeführt und
- per E-Mail versendet.
Glocke
Das Glockensymbol zeigt folgende Arten von Meldungen an:
- Die hardware TSE ist auf dem betreffenden System nicht verfügbar (nicht angeschlossen),
- Benachrichtigungen im Zusammenhang mit PushConfiguration (die Konfiguration wurde vom betreffenden Client abgerufen oder konnte nicht durchgeführt werden).
Protokollereignisse
Das Protokoll „Protokollereignisse“ kann über den entsprechenden Action Item auf jedem Terminal aufgerufen werden. Es enthält alle Ereignisse im Zusammenhang mit dem Austausch der TSE auf dem jeweiligen Terminal.
E-Mail-Benachrichtigungen
Erfolgs- und Fehlermeldungen können ebenfalls per E-Mail versendet werden. E-Mail-Benachrichtigungen werden nur generiert, wenn im Portal ein technischer Ansprechpartner (Einstellung unter „Organisation“: „Technischer Ansprechpartner“) definiert ist.
Die Nachrichten werden stündlich gebündelt versendet.
Dieser Artikel wurde automatisch übersetzt.
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