Dieser Artikel beschreibt, wie Sie einen „Server Energia“ für die steuerliche Erfassung von EV-Ladevorgängen in Italien registrieren und aktivieren sowie die entsprechende Konfiguration im RetailForce Portal vornehmen.
Für diesen Artikel wird davon ausgegangen, dass der CPO der „Soggetto Obbligato“ (verpflichtete Person) ist, d. h. der italienische Umsatzsteuerpflichtige, der die Ladedienstleistung für den Endverbraucher erbringt und die entsprechende Gegenleistung einzieht. Das Server-Energia-Rahmenwerk regelt die elektronische Speicherung und die telematische Übermittlung der Vergütungsdaten gemäß Artikel 2 Absatz 1-ter des Gesetzesdekrets Nr. 127/2015 für Ladetransaktionen, die an Ladestationen durchgeführt werden, bei denen der Kunde nicht identifiziert wird.
Der Registrierungsprozess im Rahmen von „Server Energia“ besteht aus zwei miteinander verbundenen Teilen:
- Registrierung und Aktivierung der „Server Energia“-Instanz bei der Agenzia delle Entrate (AE); sowie
- Konfiguration der „Server Energia“-Instanz und der zugehörigen Ladeanschlüsse (EVSE – Electric Vehicle Supply Equipment) im RetailForce Portal.
Im Rahmen der italienischen Steuererfassungsarchitektur empfängt der „Server Energia“ die Transaktionsdaten zu den identifizierten Ladeanschlüssen, dient als erster Punkt, an dem die Steuerdaten elektronisch gespeichert werden, konsolidiert die Daten, erstellt und versiegelt die erforderlichen Steuerdateien und übermittelt diese an die AE.
Die einzelnen Ladestationen werden nicht separat bei der AE als fiskalische Geräte registriert. Sie werden innerhalb der RetailForce-Umgebung konfiguriert und dem jeweiligen Server Energia zugeordnet, wobei jede Ladestation über ihre EVSE-ID und ihre geografischen Koordinaten identifiziert wird.
1. Voraussetzungen
Bevor mit der Registrierung des Server Energia begonnen wird, müssen folgende Informationen und Zugriffsrechte vorliegen:
- die italienische Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des CPO;
- Zugriff auf das AE-Portal „Fatture e Corrispettivi“ für den CPO oder dessen bevollmächtigten Vermittler;
- die abgeschlossene Akkreditierung des CPO als „Gestore Energia“ (Energiebetreiber) im AE-Portal;
- Registrierung der entsprechenden Ladepunkte in der PUN (Piattaforma Unica Nazionale – Nationale Einheitsplattform);
- Zugriff auf die betreffende Organisation im RetailForce Portal; sowie
- die EVSE-ID sowie die Breiten- und Längengrade im Dezimalformat jeder Ladesteckdose, die der „Server Energia“-Instanz zugeordnet werden soll.
Die in RetailForce verwendete EVSE-ID muss mit der Kennung übereinstimmen, unter der die Ladesteckdose in der PUN registriert ist.
2. Erstellen Sie den „Server Energia“ in RetailForce
Jede „Server Energia“-Instanz benötigt eine eigene eindeutige Kennung, ein kryptografisches Schlüsselpaar und ein von der AE ausgestelltes Gerätezertifikat.
Erstellen Sie die Server-Energia-Instanz innerhalb der entsprechenden CPO-Organisation im RetailForce Portal.
Die Server-Energia-Instanz erhält eine eindeutige Kennung, die als „Matricola“ bezeichnet wird und aus 15 Zeichen besteht:
- Die ersten 11 Zeichen sind die italienische VAT-Identifikationsnummer des Steuerpflichtigen (CPO); und
- die letzten vier Zeichen sind eine fortlaufende Nummer, rechtsbündig und bei Bedarf mit Nullen aufgefüllt.
Beispiel:
- Italienische VAT-Identifikationsnummer: 12345678901
- Fortlaufende Nummer von „Server Energia“: 0001
- Server-Energia-Matricola: 123456789010001
Ein „Server Energia“ kann die Steuerdaten mehrerer Ladestationen verarbeiten. Daher ist nicht für jede EVSE oder jeden Ladestandort ein separater „Server Energia“ erforderlich.
Betreibt ein CPO aus administrativen, regionalen oder kapazitätsbezogenen Gründen mehrere Server-Energia-Instanzen, muss jeder Server Energia über eine eigene fortlaufende Nummer verfügen, und jede EVSE muss in der RetailForce-Konfiguration dem entsprechenden Server Energia zugeordnet werden.
3. Erstellen Sie das Schlüsselpaar und die CSR in RetailForce
Generieren Sie im RetailForce Portal ein kryptografisches Schlüsselpaar für die „Server Energia“-Instanz.
Gemäß den offiziellen AE-Spezifikationen muss der private Schlüssel innerhalb der sicheren Server-Energia-Umgebung verbleiben und darf weder extrahiert noch dupliziert werden. Aus diesem Grund generiert der RetailForce-Dienst stattdessen eine PKCS#10-CSR-Datei (Certificate Signing Request) für das entsprechende Schlüsselpaar und stellt diese zum Download bereit. Die CSR enthält die Server-Energia-Matricola im Feld „CN“ (Common Name).
Laden Sie die CSR-Datei aus dem RetailForce Portal herunter, um sie bei der AE einzureichen.
4. Registrieren Sie den Server Energia bei der Agenzia delle Entrate (AE)
Mithilfe der heruntergeladenen CSR meldet sich der CPO oder sein bevollmächtigter Vermittler beim Portal „Fatture e Corrispettivi“ der AE an.
Stellen Sie sicher, dass der betreffende CPO als „utente di lavoro“ (aktiver Steuerzahler/Konto) ausgewählt ist und dass der CPO die erforderliche Akkreditierung als „Gestore Energia“ (Energieversorger) abgeschlossen hat.
Öffnen Sie die Registrierungsfunktion für den „Server Energia“ und starten Sie die Registrierung eines neuen „Server Energia“.
Laden Sie die über RetailForce generierte PKCS#10-CSR hoch.
Die AE registriert und aktiviert den „Server Energia“ in Verbindung mit der VAT-Identifikationsnummer des als „utente di lavoro“ (aktiver Steuerzahler/Konto) ausgewählten Steuerzahlers und generiert das entsprechende Gerätezertifikat in einer Datei zum Herunterladen.
Der daraus resultierende Status „Attivato“ (aktiviert) ist mit dem Registrierungs- und Zertifikatsanforderungsprozess des „Server Energia“ verknüpft und unterscheidet sich vom nachfolgenden Betriebsstatus „In Servizio“.
5. Laden Sie das AE-Zertifikat herunter
Nachdem AE die CSR erfolgreich verarbeitet hat, laden Sie das für den Server Energia ausgestellte Gerätezertifikat vom AE-Portal herunter.
Das Server-Energia-Gerätezertifikat ist acht Jahre lang gültig.
Das heruntergeladene Zertifikat muss dem „Server Energia“ zugeordnet bleiben, für den die entsprechende CSR und der private Schlüssel generiert wurden.
6. Laden Sie das Zertifikat in RetailForce hoch
Kehren Sie im RetailForce Portal zur entsprechenden Server-Energia-Konfiguration zurück und laden Sie das von AE erhaltene Zertifikat hoch.
RetailForce gleicht das von AE ausgestellte Zertifikat mit dem entsprechenden privaten Schlüssel ab und speichert das Zertifikat in der sicheren Server-Energia-Umgebung.
Nach erfolgreicher Konfiguration verfügt der Server Energia über die erforderlichen kryptografischen Anmeldedaten, um seine Steuerdateien zu signieren und an AE zu übermitteln.
7. Nehmen Sie den Server Energia im AE-Portal in Betrieb
Sobald der Server Energia aktiviert wurde, das Zertifikat erfolgreich konfiguriert ist und der Server Energia betriebsbereit ist, kehren Sie zum AE-Portal zurück und ändern Sie seinen Status auf:
„In Servizio“ (in Betrieb / aktiv)
Nur ein Server Energia mit dem AE-Status „In Servizio“ ist berechtigt, Steuerdaten erfolgreich an AE zu übermitteln.
8. Konfigurieren Sie die Ladestationen in RetailForce
Die einzelnen Ladestationen erfordern keine separate Registrierung bei AE. Sie müssen stattdessen innerhalb der RetailForce-Umgebung konfiguriert und der entsprechenden Server-Energia-Instanz zugeordnet werden.
Geben Sie für jede Ladesteckdose Folgendes an:
- EVSE-ID (entspricht der in PUN registrierten Kennung)
- Breitengrad, angegeben in Dezimalgrad
- Längengrad, angegeben in Dezimalgrad
Beispiel:
- EVSE ID: IT*ABC*E1234567
- Breitengrad: 41,81504840699597
- Längengrad: 12,481030179698337
Betreibt der CPO mehrere Server-Energia-Instanzen, ordnen Sie jede EVSE der Server-Energia-Instanz zu, die für die steuerliche Erfassung ihrer Transaktionen zuständig ist.
RetailForce unterstützt unter Umständen auch die automatisierte oder gebündelte Einbindung von Ladestationen. Sofern diese Option Teil des entsprechenden RetailForce-Dienstes ist, kann die EVSE-Konfiguration über den unterstützten Einbindungsprozess erstellt werden, anstatt jede Ladestation einzeln im Portal einzugeben. Wenden Sie sich an RetailForce, um Informationen zu den verfügbaren Einbindungsoptionen zu erhalten.
9. Während des Betriebs erforderliche Transaktionsdaten
Für jeden Ladevorgang muss der Server Energia die vorgeschriebenen Transaktionsdaten zur jeweiligen Ladesteckdose erhalten, darunter:
- Identifikationsnummer der Ladesteckdose;
- Breiten- und Längengrad;
- Datum und Uhrzeit des Ladebeginns;
- Datum und Uhrzeit des Ladeendes;
- gelieferte Energie in kWh;
- Bruttobetrag einschließlich VAT;
- Mehrwertsteuersatz;
- Art der elektronischen Zahlung;
- Terminal-ID, sofern die Abrechnung über ein Zahlungsterminal erfolgt;
- Zahlungsdatum und -uhrzeit;
- Zahlungsautorisierungscode; und
- Zahlungsbetrag.
Ist eine Strafzeit aktiv, muss der Server Energia zusätzlich die entsprechende Parkdauer, den Brutto-Strafbetrag, den VAT-Steuersatz oder den Befreiungstyp sowie die zugehörigen Zahlungsinformationen empfangen.
Der Server Energia persistiert die Transaktionsdetails, aggregiert die erforderlichen täglichen Steuerdaten und generiert, versiegelt sowie übermittelt die entsprechenden Steuerdateien an AE.
10. Hinzufügen, Ändern oder Entfernen von EVSEs
Änderungen am Bestand der Ladesteckdosen werden innerhalb der RetailForce-Konfiguration verwaltet.
AE registriert den Server Energia und nicht die einzelnen Ladepunkte. Daher erfordert das Hinzufügen, Aktualisieren oder Entfernen eines EVSE aus der RetailForce-Konfiguration keine separate Registrierung oder Abmeldung des Server Energia bei AE.
Ändert sich eine EVSE-ID, muss die in RetailForce konfigurierte Kennung mit der für die Ladesteckdose im PUN registrierten Kennung übereinstimmen.
11. Statusänderungen und Außerbetriebnahme des „Server Energia“
Der CPO oder sein bevollmächtigter Vertreter hat den Status des „Server Energia“ unverzüglich über das AE-Portal zu aktualisieren, sobald sich dessen Betriebsstatus ändert.
Die relevanten Status sind:
- „In Servizio“ (in Betrieb / aktiv) – wird verwendet, wenn der Server Energia bereit ist, fiskalische Daten zu übermitteln.
- „Fuori Servizio“ (außer Betrieb) – wird verwendet, wenn der Server Energia vorübergehend nicht in der Lage ist, tägliche Steuerdaten zu speichern und/oder zu übermitteln, während sein Zertifikat weiterhin gültig ist.
- „Dismissione“ (außer Betrieb genommen) – wird verwendet, wenn der Server Energia dauerhaft außer Betrieb genommen wird. Sein Signaturzertifikat wird widerrufen, und der Server Energia kann nicht mehr zur Speicherung und Übermittlung von Steuerdaten verwendet werden.
- „Richiesta di ripristino“ (Wiederherstellungsanfrage) – wird verwendet, wenn das Zertifikat des Server Energia aufgrund von Ablauf oder Integritätsverlust unbrauchbar wird. In diesem Fall müssen ein neues Schlüsselpaar und eine neue CSR generiert werden, um ein neues Zertifikat von AE zu erhalten.
12. Maßnahmen bei Ausfällen und Sonderfälle
Das italienische „Server Energia“-Framework trennt die Ladesteckdose von der Datenübertragung des „Server Energia“, der vom „Server Energia“ durchgeführten täglichen steuerlichen Aggregation und der gesetzlichen Frist für die Übermittlung an AE.
Vorübergehender Ausfall des „Server Energia“
Fällt ein „Server Energia“ vorübergehend aus und kann fiskalische Daten nicht speichern oder übermitteln, während das Zertifikat noch gültig ist, muss der Status im AE-Portal unverzüglich auf „Fuori Servizio“ (außer Betrieb) gesetzt werden.
Die AE-Spezifikation definiert keine maximale Dauer, für die sich der „Server Energia“ in diesem Status befinden darf. Sobald der normale Betrieb wieder aufgenommen wird, muss der „Server Energia“ wieder auf „In Servizio“ (in Betrieb) gesetzt werden, bevor weitere Abrechnungsdaten übermittelt werden können.
Der Status „Fuori Servizio“ verlängert die gesetzliche Frist für die Übermittlung an die AE nicht.
Aggregation der Abrechnungsdaten und AE-Übermittlung
Der „Server Energia“ ermittelt täglich die Abrechnungsdaten für jede Ladesteckdose, wobei die zwischen 00:00:00 und 23:59:59 des jeweiligen Datums durchgeführten Transaktionen erfasst werden.
Die täglichen Steuerdaten müssen nicht noch am selben Tag an AE übermittelt werden. Gemäß dem regulären Übermittlungszeitplan müssen Daten zu Transaktionen, die in einem bestimmten Monat durchgeführt wurden, spätestens am letzten Tag des Folgemonats übermittelt werden.
Beispielsweise müssen Transaktionen, die im Juli 2026 durchgeführt wurden, bis zum 31. August 2026 übermittelt werden.
Verzögerte Datenübermittlung durch die Ladesteckdose
Die AE-Spezifikation definiert keine separate feste Frist, innerhalb derer eine Ladestation ihre Transaktionsdaten an den Server Energia übermitteln muss.
Treten Transaktionsdaten nach einer Kommunikationsunterbrechung beim Server Energia ein, müssen sie weiterhin dem ursprünglichen Transaktionsdatum zugeordnet werden und in die entsprechenden Abrechnungsdaten einfließen.
Treten beispielsweise Transaktionsdaten mehrerer Tage eine Woche später beim Server Energia ein, bleiben die Transaktionen ihrem ursprünglichen Transaktionsdatum zugeordnet und müssen dennoch rechtzeitig verarbeitet werden, um die geltende AE-Übermittlungsfrist einzuhalten.
Ausfallschwelle für Ladesteckdosen
Die AE-Vorschriften definieren keinen festen Ausfallschwellenwert – beispielsweise 24, 48 oder 72 Stunden –, nach dessen Ablauf eine Ladesteckdose deaktiviert werden muss, weil sie nicht mit dem Server Energia kommunizieren kann.
Ein strengerer Schwellenwert für die Abschaltung oder den Offline-Zustand kann daher als zusätzliche betriebliche Kontrollmaßnahme innerhalb der Servicearchitektur des CPO implementiert werden.
Fehlgeschlagene Übertragung an AE
Fällt die Übertragung vom Server Energia an die AE aus technischen Gründen aus, die nicht auf eine Ablehnung der übermittelten Datei zurückzuführen sind, muss der Server Energia die Übertragung noch am selben Tag wiederholen, wobei zwischen den Versuchen ein Mindestabstand von 15–30 Minuten einzuhalten ist, bis die Datei vom AE-System akzeptiert wird.
Eine fehlgeschlagene Übertragung führt nicht automatisch dazu, dass der Server Energia in den Status „Fuori Servizio“ versetzt wird. Dieser Status gilt, wenn der Server Energia tatsächlich nicht mehr in der Lage ist, die erforderlichen Speicher- und/oder Übertragungsfunktionen auszuführen.
Dieser Artikel wurde automatisch übersetzt.
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